Jüdisches Leben früher und heute

Etwas mehr als hundert Jahre nach der Stadtgründung 1158 gab es nachweisbar schon eine relativ große Judensiedlung in der Gruftstrasse, dem heutigen Marienhof, genau an dem Ort, wo es seit 2011 zu größeren Grabungsarbeiten kam und wo sich jetzt bis 2025 die größte Baustelle im Herzen der Stadt befindet. Die Juden spielten als Geldleiher eine wichtige Rolle. Sie erhielten 1315 von Ludwig dem Bayern das Augsburger Judenrecht. Es kam aber immer wieder zu Pogromen und schließlich lebten ab 1442 über 350 Jahre lang überhaupt keine Juden mehr in der Stadt. Minister Montgelas unter Bayerns erstem König war zwar Juden gegenüber toleranter, aber seine Judenmatrikel legte auch fest, dass sich die Zahl der jüdischen Einwohner nicht erhöhen durfte. Erst 1871 waren sie gleichgestellt. Ab 1933 gibt es dann wieder keinen Platz mehr für die jüdischen Mitbewohner, ihre Geschäfte werden demoliert, zwei Drittel entschließen sich zur Auswanderung, bevor es unter dem Naziregime zu spät ist.
Der Spaziergang führt zu zehn Stationen in der Stadt bis zur neuen Hauptsynagoge Ohél Jakob, dem jüdischen Gemeindezentrum und dem jüdischen Museum.


Jüdisches Museum mit Hauptsynagoge Ohél Jakob